
Ratgeber
Kleine Reparaturen durch den Hausmeister
Kleine Reparaturen durch den Hausmeister: Was dazu zählt, wo die Grenze zum Fachbetrieb liegt und was die Kleinreparaturklausel für Mieter bedeutet.
Von Daniel Schneider · Veröffentlicht am · 5 Min. Lesezeit
Zu den kleinen Reparaturen durch den Hausmeister zählen typischerweise Türen, Beleuchtung, Beschläge und Dichtungen — alles, was sich ohne Spezialwerkzeug und ohne Eingriff in Statik oder Haustechnik beheben lässt. Größere Arbeiten gibt ein Hausmeisterservice an Fachbetriebe weiter und koordiniert die Termine, statt sie selbst auszuführen.
Das Wichtigste in Kürze
- Kleine Reparaturen: Türen, Beleuchtung, Beschläge, Dichtungen, lockere Schrauben und Griffe.
- Grenze zum Fachbetrieb: Elektrik, Gas, Statik und alles mit Zulassungspflicht bleibt Sache des Fachhandwerks.
- Kleinreparaturklausel im Mietvertrag: Einzelfallgrenze meist 100 Euro, Jahreshöchstgrenze 6 bis 8 Prozent der Jahresnettokaltmiete.
- Fehlt die Jahreshöchstgrenze im Vertrag, ist die gesamte Klausel unwirksam.
- Ein guter Hausmeisterservice sagt ehrlich, wann ein Fachbetrieb nötig ist, statt sich an Aufgaben zu versuchen, die nicht in sein Können fallen.
Was zu kleinen Reparaturen zählt
Zu den klassischen kleinen Reparaturen zählen Arbeiten an Türen, Fenstergriffen, Beleuchtung, Beschlägen und Dichtungen — also alles, was sich ohne Spezialwerkzeug und ohne Eingriff in Elektrik, Gas oder Statik beheben lässt. Eine klemmende Tür, ein lockerer Griff oder eine undichte Fensterdichtung fallen typischerweise in diesen Bereich.
Grenze zum Fachbetrieb
Sobald Elektrik, Gasleitungen, zulassungspflichtige Arbeiten an der Wasserinstallation oder die Statik des Gebäudes betroffen sind, endet der Bereich der kleinen Reparatur. Ein seriöser Hausmeisterservice erkennt diese Grenze selbst und vermittelt an einen passenden Fachbetrieb, statt sich an Aufgaben außerhalb seines Könnens zu versuchen.
Die Kleinreparaturklausel
Grundsätzlich ist die Instandhaltung nach § 535 BGB Sache des Vermieters. Eine sogenannte Kleinreparaturklausel im Mietvertrag kann Mieter trotzdem an den Kosten kleiner Reparaturen beteiligen, sofern sie den Anforderungen des Bundesgerichtshofs an die Inhaltskontrolle nach § 307 BGB genügt: eine Einzelfallgrenze, meist rund 100 Euro, und eine jährliche Gesamtobergrenze von üblicherweise 6 bis 8 Prozent der Jahresnettokaltmiete.
Fehlt eine dieser Voraussetzungen oder sind die Beträge zu hoch angesetzt, ist die gesamte Klausel unwirksam — der Mieter muss dann auch die erste einzelne Reparatur nicht bezahlen.
Wer zahlt was
Ohne wirksame Kleinreparaturklausel trägt der Vermieter grundsätzlich alle Reparaturkosten. Mit wirksamer Klausel zahlt der Mieter nur bis zur vereinbarten Einzelfall- und Jahresgrenze mit, alles darüber bleibt beim Vermieter.
Dokumentation der Arbeiten
Auf Wunsch dokumentieren wir kleine Reparaturen mit Foto und kurzem Bericht — besonders praktisch für Hausverwaltungen mit Berichtspflicht gegenüber Eigentümern. Ein Standard ist das nicht, sondern eine Option, die sich je nach Objekt lohnt oder auch nicht.
Häufige Fragen
Was gehört zu den kleinen Reparaturen eines Hausmeisters?
Typischerweise Arbeiten an Türen, Fenstergriffen, Beleuchtung, Beschlägen und Dichtungen — kurz gesagt alles, was sich ohne Spezialwerkzeug und ohne Eingriff in Elektrik, Gas oder Statik erledigen lässt.
Was ist eine Kleinreparaturklausel im Mietvertrag?
Eine Klausel, die Mieter an den Kosten kleiner Reparaturen an Gegenständen beteiligt, die ihrem häufigen Zugriff unterliegen, etwa Fenstergriffe oder Türschlösser. Damit sie wirksam ist, braucht es eine Einzelfallgrenze (meist rund 100 Euro) und eine jährliche Gesamtobergrenze.
Was passiert, wenn im Mietvertrag die Jahreshöchstgrenze fehlt?
Dann ist die gesamte Kleinreparaturklausel unwirksam — der Mieter muss dann auch die erste einzelne Reparatur nicht bezahlen, selbst wenn sie nur einen kleinen Betrag kostet.
Ab wann übernimmt ein Fachbetrieb statt des Hausmeisters?
Sobald Elektrik, Gas, Wasserleitungen mit Zulassungspflicht oder die Statik des Gebäudes betroffen sind. Ein seriöser Hausmeisterservice erkennt diese Grenze selbst und vermittelt an einen passenden Fachbetrieb, statt sich an Aufgaben außerhalb seines Könnens zu versuchen.
Werden kleine Reparaturen dokumentiert?
Auf Wunsch ja — mit Foto und kurzem Bericht, besonders praktisch für Hausverwaltungen mit Berichtspflicht gegenüber Eigentümern. Nicht jedes Objekt braucht das, es ist eine Option, kein Standard.
Weitere Antworten auf der FAQ-Seite. Zu Vertragsklauseln insgesamt der Ratgeber Hausmeistervertrag: Diese Klauseln gehören rein.
Über den Autor: Daniel Schneider
Daniel Schneider ist Inhaber von Schneider Objektservice in Geisenheim. Er übernimmt Aufträge im Rheingau persönlich — von der ersten Objektbegehung bis zur laufenden Betreuung.


